Kristina Keil
Furth im Wald, Landkreis Cham, Oberpfalz
Kristina Keil
vor 8 Monaten
#Gedicht: The Weight of Holding On
If you say you don’t need anyone,
it makes me want to stay.
And if you claim that you need no one,
I long to find a way.
If I say friends are like family,
you scoff and turn away.
Call me a fool for loyalty,
as if kindness leads astray.
We say this bond is meant to last,
though fate would disagree.
Me—an optimist stuck in the past,
you—a skeptic lost at sea.
I try to reach, to bridge the space,
as much as strangers do.
You offer crumbs, a fleeting trace,
but only when it suits you.
On New Year’s Eve, you say you care,
but other things come first.
Your thesis, friends, all need you there,
while I must quench my thirst.
Their pain was greater, so you said,
as if mine could not be real.
As if my words, the tears I shed,
were wounds that shouldn’t heal.
And when I swore I don’t let go,
as long as I am held,
I never meant to break the woe
until my heart rebelled.
I always meant to hold on tight,
until I broke in two.
I never meant to lose the fight
just trying to reach you.
You said you show instead of tell,
but silence spoke instead.
Three months had passed, and still, I fell
into the words unsaid.
Did you like me when you chose
to watch me from afar?
Or was the truth what silence shows—
that friendship was never ours?
Now all that lingers is the cost,
the weight of wasted air.
All we did was watch hope lost,
while you just stood and stared.
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Portfolio & DienstleistungenKristina Keil
vor 8 Monaten
#kreative Schreibprobe
Bald sollte der Winter einbrechen. Sessany konnte es schon förmlich auf ihrer Zunge schmecken. Weißer Schnee, der zu Wasser schmolz. Sie hatte so vieles auf das sie sich noch freute. Zum Beispiel hatten die Kinder im Dorf davon erzählt, das bald eine Schule nur für Mädchen gebaut werden sollte. Sie fragte sich, ob sie schon damit angefangen hatten. Vielleicht waren sie auch schon fertig. Sessany hatte schon lange hier in ihrem einfachen Holzbett gelegen, das mit Fellen ausgelegt war. Das Mädchen konnte sich noch gut daran erinnern, wie alles angefangen hatte. Die Jungs waren zum Ende der Woche aus der Stadt zurück in ihr Dorf gekommen. Niemand hatte daran gedacht, dass diese Erkältung so schlimm werden würde, dass alle krank davon wurden. Erst waren es nur die Kinder, die schlimm husteten. Später auch die Erwachsenen. Ihre Mutter hatte alles daran gesetzt sie zu pflegen.
‚Gott ist gnädig‘ hörte sie ihre Stimme in ihrer Erinnerung nachhallen, mit einem nassen Lappen hatte sie ihren von Fieber gezeichneten Körper abgekühlt.
‚Gott ist gut. Er hat unsere Familie schon immer beschützt. Er wird auch dich schützen.‘ Das hatte sie immer wieder an ihrem Bett erzählt, während sie ihre Hand gehalten hatte.
‚Aber dafür braucht er deine Hilfe, Sessany. Hörst du mir zu?‘ Sessany nickte. Hilfe. Ja, sie würde ihm ganz sicher helfen, wenn ihre Mutter das so wollte.
‚Du musst wach bleiben. Bleib wach und glaub an ihn. Glaub daran, dass er dich retten wird. Wirst du das für mich tun, meine Kleine?‘ sie nickte von neuem. Dieser Gott von dem ihre Mutter gesprochen hatte. Er hatte schon seit Generationen über ihre Familie gewacht. Ihre Mutter glaubte daran und deshalb würde auch Sessany daran glauben. So lag sie dort, von Fieber und Krämpfen geplagt. Ihre Mutter hatte ihr verboten ein Wort zu sagen. Denn wenn sie redete, musste sie husten. Husten bedeutete, dass sie ein Teil ihrer Lebensenergie verlieren würde. Sie musste alles in sich behalten. Sich nicht bewegen. Ruhig atmen. Geduldig bleiben. Am Ende hatte ihre Mutter immer recht behalten. Gott würde kommen und er würde sie gewiss beschützen – und wenn er sie retten konnte, dann würde er vielleicht auch ihre Familie retten. Wie er es so oft getan hatte. Sie würde ihn einfach darum bitten. Solange sie konnte, würde sie zu ihm beten. Immer wieder bat sie ihn in Gedanken darum zu kommen, sie zu finden und sie wieder gesundzumachen. Als auch das schwer wurde, stellte sie sich das Land vor, auf dem sie lebte. Die umliegende Natur. Die von Regen durchnässte Wiese. Die Wälder. Das Dorf. Ihr Haus. Die Gesichter ihrer Eltern. All das stellte sie sich vor. Und weil er ein Gott war, wusste er doch sicher, wo sie sich aufhalten würde. Gott hatte schon viele Dinge getan, hatte ihre Mutter erzählt. Zum Beispiel konnte er ein Meer teilen. Vielleicht würde er ihr irgendwann einmal zeigen, wie das geht, wenn er zu Besuch kommen würde. Und das würde er. Sie wusste es. Wenn sie ihn treffen würde, nahm sie sich ganz fest vor, zu fragen, ob er allen ihre Kraft wieder zurückschenken würde. Das konnte er bestimmt.
Sie hatte lange gewartet. So lange. Aber irgendwann fühlte sie sich ruhig. Sicher. Geborgen. Das konnte nur Gott sein. Er war endlich hergekommen, um ihr zu helfen. Sie konnte ihn vielleicht nicht sehen, aber sie wusste, dass er da war. Ihre schmalen, ausgetrockneten Lippen versuchten Worte zu formulieren. Worte der Dankbarkeit. Lediglich ein leises Röcheln verließ ihren Körper. Aber das machte nichts, denn Gott verstand jeden, hatte ihre Mutter gesagt. Jedes Lebewesen, jedes Tier, jedes Blatt. Er war ganz schön stark.
‚Lieber Gott, kannst du mich bitte, bitte wieder stark machen? Kannst du mir helfen? Bitte, ich will noch ein bisschen hierbleiben.‘ Eigentlich hatte sie nicht einschlafen wollen. Doch dann merkte sie wie jede Kraft, die sie sich so sorgsam aufgehoben hatte, ihren Körper verließ. Alle Farben entschwanden aus ihrem Leben und es wurde dunkel. Ihr war … als hätte sie eine weit entfernte Stimme gehört. Seine Stimme. Gott hatte sie nicht aufgegeben.
[…]
Es war ein Vogel, der erst rechts und dann links neben ihr aufgeregt ins Ohr krächzte. Sie blinzelte ein paar Mal und schließlich drang die salzige Luft in ihre Lungen und erst jetzt merkte sie das sie einwandfrei atmen konnte. Sie sog so viel Atemluft durch ihre Nasenflügel wie sie nur konnte und öffnete auch den Mund, um zu testen, ob sie noch husten musste. Aber … sie fühlte sich gut. Ihre Brust tat nicht mehr weh. Als wäre sie von einer Hummel gestochen setzte sie sich ruckartig wieder auf. Sie hatte auf einem Bett aus Moos gelegen, es sah zwar etwas dunkler aus, als sie Moos in Erinnerung hatte, aber es war trotzdem weich. Jetzt erkannte sie, dass ein Rabe um sie herumgesprungen war und es noch immer tat als sie sich aufgerichtet hatte. Sessany besaß einen unbändigen Drang danach das niedliche Tier sofort in die Arme zu schließen und es zu streicheln. Allerdings hatte es Glück, denn das Mädchen konnte ihre Kräfte noch nicht ganz einschätzen und war noch sichtlich verwirrt darüber, wo sie sich auf einmal befand. Sie erkannte, dass sie von Stein umschlossen war, sie auf harten Stein gelegen hatte das von Moos bewachsen war. Das war seltsam, weil dies die einzige Stelle in der gesamten Höhle blieb, die von Moos überwuchert war, … und … sie war nicht allein. Vor dem Ein- und Ausgang der Höhle, saß ein Mann mit langem weißem Haar und dunkler Kleidung an der Felswand gelehnt. Voller Bewunderung und Staunen starrte sie den erwachsenen Mann an und dann dämmerte es ihr. Er war Gott. Der Gott, von dem ihre Mama ihr stets erzählt hatte. Er hatte sie wirklich gerettet.
„Gott!“, rief sie überschwänglich und zeigte auf ihn, als hätte sie gerade ein süßes Rehkitz im Wald gesehen. Mit einem Satz sprang sie hoch und setzte sich schnell vor ihm hin. Sie hatte Angst, dass er verschwinden könnte, also wollte sie ihn ja im Auge behalten. Nicht blinzeln.
„Hallo, lieber Gott. Ich bin Sessany. Und wie heißt du?“ sagte sie und streckte ihm die Hand aus. „Aber ich bete jeden Tag zu dir. Du kennst bestimmt meinen Namen.“ sagte sie überzeugt davon, dass er DER Gott war, von dem ihre Mama ihr immer erzählt hatte. Während sie darauf wartete, dass er ihre Hand entgegennahm, lächelte sie ihn breit an. Ihm begegnet zu sein war das Beste, was ihr schließlich passieren konnte und auch wenn er sie ein bisschen grimmig ansah, hatte sie keine Angst vor ihm. Denn Gott war gütig. Sie umschloss seine Hand mit ihrer kleinen zweiten Hand und schüttelte sie schwungvoll.
„Ehm. Warum hast du weiße Haare?“ fragte sie, nachdem sie seine Hand schließlich losgelassen hatte. Als sie dort ein Weilchen vor ihm gesessen hatte, bemerkte sie das der es doch ein bisschen kalt in ihrem Nachthemd wurde. Also rutschte sie unauffällig zu ihrem Retter hin. Das würde ihn sicher nicht stören. Natürlich hatte sie noch vor ihn wegen ihrer Eltern um Hilfe zu bitten, aber sie war gerade erst wach geworden und es war kalt und außerdem hatte sie auch ein wenig Hunger.
„Danke das du mich gerettet hast“, sagte sie schließlich leise, als sie ihre dünnen Ärmchen um ihre angewinkelten Beine umschloss, um sich selbst warmzuhalten.
„Meine Mama hat gesagt das du kommst und mich beschützt.“ Sagte sie als sie ihren Kopf auf ihren Knien ablegte und zu dem Mann mit den eisblauen Augen aufsah.
„Hast du vielleicht was zu essen?“, fragte sie hoffnungsvoll, doch fand es insgeheim prima, dass sie wieder sprechen, konnte ohne Halskratzen und Hustanfälle.
„… Und wer ist das da?“ fragte sie und drehte ihren Kopf in Richtung des Raben, der sie vorhin aufgeweckt hatte.
„Ist das dein Freund?“, erkundigte sie sich.
„Sind wir auch Freunde?“, drehte sie ihren Kopf wieder zu ihm hin. Sie waren doch bestimmt Freunde. Immerhin hatte er ihr Leben gerettet.
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